Die Entscheidung
Eine historische Fassade erzählt ihre eigene Geschichte.
Der Farbvorschlag fand allgemeinen Gefallen. Die Wunschfarbe stand fest. Eigentlich hätte die Fassadenrenovierung beginnen können.
Doch bei historischen Gebäuden endet die Planung nicht mit einer Farbkarte. Bevor endgültige Entscheidungen getroffen werden, folgt ein wichtiger Schritt: die gemeinsame Begehung mit den zuständigen Fachstellen.
Was zunächst wie ein routinemäßiger Termin wirkte, entwickelte sich zu einem spannenden Austausch über Geschichte, Architektur und Verantwortung.
Die Begutachtung
Gemeinsam mit Vertretern der Stadt St. Veit und des Bundesdenkmalamtes wurde die Fassade genau begutachtet.
Schnell wurde deutlich: Dieses Gebäude sollte nicht einfach neu gestaltet werden.
Zuerst musste geklärt werden, welche historische Substanz noch vorhanden ist und welche Farbgestaltung ursprünglich zum Haus gehörte.
Damit begann eine Reise in die Vergangenheit.
Schicht für Schicht
Ein restauratorischer Befund brachte Klarheit.
Unter späteren Anstrichen fanden sich Hinweise auf frühere Farbfassungen. Schicht für Schicht entstand ein immer genaueres Bild der Geschichte dieses Hauses.
Auf dieser Grundlage wurden Material, Farbton und Ausführung gemeinsam festgelegt.
Nicht der aktuelle Trend entschied.
Sondern das Gebäude selbst.
FASSADENWISSEN
Warum entscheidet das Denkmalamt mit?
Historische Gebäude sind Teil unseres kulturellen Erbes. Ziel ist es, ihre charakteristischen Merkmale möglichst originalgetreu zu erhalten. Deshalb werden Materialien, Farben und Ausführungsdetails gemeinsam mit den zuständigen Fachstellen abgestimmt – nicht um Gestaltung zu verhindern, sondern um den historischen Wert langfristig zu bewahren.
Das Ergebnis
Die ursprünglich gewünschte rubinrote Fassade wurde nicht umgesetzt.
Auch weiße Fenster und farblich abgesetzte Gesimse entsprachen nicht dem historischen Befund.
Stattdessen entstand ein neues Farbkonzept, das sich an der Geschichte des Hauses orientiert. Die Fassade erhielt einen durchgehenden Farbton, die Fenster wurden dunkelbraun ausgeführt und auch bei den Materialien folgte man den historischen Vorgaben.
Das Ergebnis wirkt heute selbstverständlich.
Und genau das ist oft das größte Kompliment für eine gelungene Restaurierung.
Fortsetzung folgt
Folge 05
Als Nächstes im PURPURROT-Magazin
Projekt Stift Viktring
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