Was braucht eine Putzfassade auf einem Holzbau?
Holzbau und verputzte Fassade schließen einander nicht aus. Entscheidend ist, dass Untergrund, Dämmung, Armierung und Putz als aufeinander abgestimmter Aufbau ausgeführt werden. Ein aktuelles PURPURROT-Projekt in St. Veit an der Glan zeigt, wie dieser Aufbau in der Praxis aussehen kann.
Wer ein Gebäude in Holzbauweise betrachtet, denkt zunächst meist an sichtbares Holz. Doch auch eine verputzte Fassade kann Teil eines Holzbaus sein.
Was später wie eine geschlossene Putzfläche aussieht, besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Schichten. Und genau diese Schichten sind entscheidend.
Denn die eigentliche Fassade beginnt nicht beim sichtbaren Oberputz.
Vom Holzbau zur Putzfassade
Bei einem Wärmedämmverbundsystem bildet der vorhandene Untergrund die Ausgangsbasis für den weiteren Fassadenaufbau.
Bei unserem Praxisbeispiel – dem neuen Firmengebäude von TC Maschinenbau in St. Veit an der Glan – wurde das Gebäude in Holzbauweise errichtet.
Darauf kam ein Wärmedämmverbundsystem mit 16 cm starken Holzfaserplatten zum Einsatz. Die Dämmplatten wurden auf dem Holzuntergrund gedübelt.
Damit war jedoch erst die Grundlage für die spätere Putzfassade geschaffen.


Was unter dem fertigen Putz steckt
Auf die Holzfaserplatten wurde ein zweilagiger Unterputz mit Gewebeeinbettung aufgebracht.
Darauf folgten Putzgrund und schließlich ein 2 mm starker Oberputz. Beim Projekt wurde ein Wärmedämmverbundsystem von Sto verarbeitet.
Für den Betrachter bleibt dieser mehrschichtige Aufbau später weitgehend unsichtbar. Sichtbar ist am Ende vor allem die fertige Oberfläche.
Für die handwerkliche Ausführung zählt dagegen jede einzelne Schicht.
PURPURWISSEN
Warum gehört Gewebe in den Putzaufbau?
Bei Wärmedämmverbundsystemen ist die Armierungsschicht mit eingebettetem Gewebe Bestandteil des abgestimmten Systemaufbaus.
Sie liegt zwischen Dämmstoff und den nachfolgenden Beschichtungen und schafft damit die Grundlage für den weiteren Fassadenaufbau.
Welche Materialien, Schichtdicken, Befestigungen und Verarbeitungsschritte erforderlich sind, hängt vom jeweiligen System und Untergrund ab.
Deshalb sollte ein WDVS nicht als Ansammlung einzelner Produkte betrachtet werden, sondern als zusammengehöriger Fassadenaufbau.
Ein Holzbau aus der Praxis
Das Firmengebäude von TC Maschinenbau bietet dafür ein anschauliches Beispiel.
Das Unternehmen stellt Bearbeitungsmaschinen für holzverarbeitende Betriebe her. Auch das neue Firmengebäude selbst wurde in Holzbauweise errichtet.
Für PUGGANIG bestand die Aufgabe darin, darauf den vorgesehenen Fassadenaufbau mit Holzfaserdämmung und Putzoberfläche auszuführen.
Bei den Putzarbeiten wurde PUGGANIG von PURPURROT-Partnerbetrieben unterstützt.
So entstand aus der sichtbaren Holzkonstruktion Schritt für Schritt eine weitgehend geschlossene, helle Putzfassade.
Was am Ende sichtbar bleibt
Nach Abschluss der Arbeiten bestimmt nicht mehr der technische Schichtaufbau den ersten Eindruck, sondern das Zusammenspiel der Materialien und Farben.
Die helle Putzfläche trifft beim Firmengebäude auf rote Fensterelemente, dunklere Bauteile und sichtbare Holzelemente im Dachbereich.
Der technische Aufbau dahinter ist kaum noch zu erkennen.
Und genau darin liegt eine Besonderheit vieler Fassadenarbeiten: Ein großer Teil der handwerklichen Leistung verschwindet unter der fertigen Oberfläche.
Eine gute Fassade beginnt unter der Oberfläche
Wer eine Putzfassade für einen Holzbau plant, sollte deshalb nicht erst über Farbe und Oberflächenstruktur nachdenken.
Untergrund, Dämmung und Putzaufbau müssen von Beginn an zusammen betrachtet werden.
Das fertige Erscheinungsbild ist der sichtbare Abschluss. Die Voraussetzung dafür entsteht bereits in den Schichten darunter.
Das vollständige Projekt ansehen:
Holzfaser-WDVS für TC Maschinenbau in St. Veit an der Glan
Was entscheidet eigentlich darüber, welcher Fassadenputz zu einem Gebäude passt?
In einer der nächsten PURPURZEIT-Ausgaben zeigen wir, welche Rolle Untergrund, Oberflächenstruktur und gewünschte Gestaltung bei der Wahl einer Putzfassade spielen.
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